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Internet-Software - ein kleiner Überblickvon Dirk TaggesellBrowser-PaketeDas WWW als populärster (wenn auch nicht unbedingt wichtigster) Dienst des Internet begann seinen damals noch nicht absehbaren Siegeszug als Mittel zur strukturierten und verknüpften Verbreitung von Informationen. Dabei ging es hauptsächlich um Text, nämlich um Forschungsergebnisse und nur ab und zu ist auch mal ein Bild dabeigewesen. Das möchte man angesichts moderner, oft grafisch aufwendig gestalteter Webseiten kaum glauben. Aber seit der »Erfindung« des WWW hat sich eine Menge getan, vor allem, seit dieses Medium für kommerzielle zwecke interessant wurde. Die Programmgattung, mit der man sich auf seinem Computer Webseiten anschauen und durch das WWW
navigieren kann, heißt »Web-Browser« oder kurz »Browser«. Einer der ersten Web-Browser war der
heute kaum noch bekannte »Mosaic«, entwickelt in den USA am »National Center for Supercomputing
Applications«, kurz NCSA. Nachdem der Softwaregigant aus Redmond eine geraume Zeit dem beginnenden Internetboom untätig zusah, dämmerte Bill Gates eines Tages, daß das WWW wohl doch kein unnützer Spielkram ist, sondern in wenigen Jahren einen riesigen Markt darstellt. Folgerichtig entwickelte man mit Hochdruck einen eigenen Browser und nannte ihn »Internet Explorer«. Während die Konkurrenz ihren Browser noch verkaufte, warf man den Internet Explorer von Anfang an kostenlos auf den Markt. Zum anderen begann Microsoft, seinen Browser mit auf die Installations-CDs der verschiedenen Windows-Varianten zu pressen, womit der Windows-Benutzer automatisch auch einen Internet Explorer auf seinem System hatte (Diese Vorgehensweise war u.a. der Auslöser für das momentan anhängige Gerichtsverfahren zwischen Microsoft und der US-Kartellbehörde). Die ersten Versionen des Internet Explorers waren vom Funktionsumfang dem Netscape-Konkurrenten noch etwas unterlegen, was sich allerdings mit der Version 4.0 änderte. Der aktuelle Internet Explorer 5.0 ist in etlichen Aspekten seinem Widersacher sogar überlegen. Auffällig ist z.B. der gegenüber dem Communicator schnellere Bildschirmaufbau bei komplexeren Webseiten. Die beiden großen der Branche sind jedoch nicht nur zum Surfen im WWW zu gebrauchen, auch die Verwaltung Ihrer E-Mail und die Teilnahme an den Diskussionsgruppen des Usenet übernehmen die Dickschiffe gern. Überdies bringen die beiden Marktführer in ihrer Vollausstattung auch jeweils einen mehr oder weniger guten Webseiten-Editor mit. Allerdings wollen zumindest die integrierten Mail- und News-Reader vor der Benutzung sorgfältig konfiguriert sein, denn beim Versenden von Artikeln und Mails in den Standardeinstellungen kann man sich einigen Unmut der Netzgemeinde zuziehen. So werden beispielsweise Mails als HTML-Dateien verschickt oder sogenannte »Visitenkarten« an jeden Artikel angefügt, was die Mailprogramme vieler Anwender nicht darstellen können. Außer den zwei namhaften Browsern gibt es noch eine Anzahl von Browsern, die jeweils ihre Fangemeinde gefunden haben. Stellvertretend seien hier Lynx und Opera kurz vorgestellt. Lynx ist zweifelsohne etwas für Puristen, arbeitet es doch komplett im Textmodus. Bedienung per Maus gibt es hier genausowenig wie Bilder, Javascript und ähnliches. Sinnvoll ist Lynx hauptsächlich für Anwender, die an einer nicht grafikfähigen Konsole sitzen und schnell mal ein paar Infos aus dem Internet brauchen. Problem ist dabei, daß es immer mehr Websites gibt, die ohne Bilder und Javascript nicht benutzbar sind, weshalb man Lynx wirklich nur für Spezialfälle empfehlen kann. Opera ist eine kommerzielle Entwicklung aus Norwegen und kann in der aktuellen Version den "zwei Großen" bezüglich Ausstattung und Fähigkeiten ohne weiteres Paroli bieten. Einige spezielle Features heben Opera sogar von den Marktführern ab. So ist es mit Opera z.B. möglich, eine Webseite komplett mit allen Elementen wie mit einer Lupe zu vergrößern. Sehbehinderte können so auch die Webseiten lesen, die sie ansonsten nicht entziffern können. Opera bietet noch einige andere Nettigkeiten, die für spezielle Anforderungen interessant sein können. Nachteil ist, daß Opera käuflich erworben werden muß, mit DM 70,- pro Lizenz ist es allerdings nicht unerschwinglich. Eine zeitlich begrenzte Testversion finden Sie auf der Opera-Website. Welchen Browser man lieber mag, ist auf jeden Fall Geschmacksache, Sowohl Netscapes Communicator als auch Microsofts Internet Explorer haben jeder ihre Vor- und Nachteile und zumindest Opera ist einen zweiten Blick wert. Probieren Sie die Browser doch einfach mal aus.
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